willich

Hallo und herzlich willkommen auf meinem Blog, liebe Willicher, liebe Neuzugezogene und alle, die es noch werden möchten,

als jemand, der seit vielen Jahren in und um Willich lebt, arbeitet und den hiesigen Immobilienmarkt täglich aus nächster Nähe beobachtet, bin ich immer wieder aufs Neue fasziniert von dieser Stadt. Willich ist keine Stadt, die auf den ersten Blick mit Superlativen um sich wirft. Sie ist keine Metropole, sie hat keine reißerischen Attraktionen – und dennoch trägt sie einen Titel, der in der Region seinesgleichen sucht: Festspielstadt Willich. Denn wer einmal die Schlossfestspiele Neersen erlebt hat, versteht sofort, warum.

Was Willich darüber hinaus hat, ist etwas noch Selteneres und Wertvolleres: echte Lebensqualität, eine gewachsene Identität, tiefe historische Wurzeln, eine florierende Wirtschaft und eine Lage, die kaum zu überbieten ist. Zwischen Krefeld, Düsseldorf und Mönchengladbach liegt diese Stadt wie ein ruhiger, selbstbewusster Anker – und genau das macht sie zu einem der attraktivsten Wohnstandorte der gesamten Region.

Doch was steckt wirklich hinter dem Namen Willich? Was verbirgt sich in den Stadtteilen, auf den Plätzen, in den Gewerbegebieten und an den versteckten Ecken dieser liebenswerten Stadt? In diesem Stadtführer nehme ich Sie mit auf eine Reise durch alle Facetten Willichs – als Immobilienexperte, als lokaler Kenner und als jemand, der diese Stadt seit Jahren als seine Heimat betrachtet. Alle Fakten in diesem Artikel stammen direkt von der offiziellen Website der Stadt Willich sowie aus verifizierten Quellen.


Eine Stadt, vier Gesichter: Die Geschichte der Stadtgründung

Um Willich wirklich zu verstehen, muss man zunächst seine Entstehungsgeschichte kennen. Die Stadt Willich, so wie wir sie heute kennen, ist noch jung. Sie entstand am 1. Januar 1970 im Zuge der kommunalen Neugliederung in Nordrhein-Westfalen, als vier bis dahin eigenständige Gemeinden zu einer einzigen Stadt zusammengeführt wurden: Willich, Anrath, Schiefbahn und Neersen.

Jede dieser vier Gemeinden brachte ihre eigene jahrhundertealte Geschichte, ihre eigene Identität, ihre Kirchen, Plätze und Traditionen mit. Und genau diese Vielfalt macht Willich bis heute aus. Wer hier lebt, wohnt nicht einfach in „Willich“ – er ist Schiefbahner, Anrather, Neersener oder Willicher, und dieses Zugehörigkeitsgefühl ist in der Bevölkerung lebendig und herzlich.

Heute zählt Willich laut offizieller Einwohnerstatistik (Stand Ende Dezember 2025) exakt 50.653 Einwohner und liegt am östlichen Rand des Kreises Viersen, nah zu Düsseldorf, Krefeld und Mönchengladbach. Städtepartnerschaften verbinden Willich mit Linselles (Frankreich), Zogoré (Burkina Faso), Smiltene (Lettland) und Marugame (Japan). Die Gewerbesteuer beträgt 449 %, was die Stadt auch für Unternehmen zu einem attraktiven Standort macht.


Die vier Stadtteile von Willich im Portrait

Ortsteil Willich – Das historische Herz der Stadt (21.689 Einwohner)

Der Ortsteil Willich ist mit Abstand der bevölkerungsreichste Stadtteil und bildet das administrative sowie geografische Zentrum der Gesamtstadt. Wer durch die Innenstadt schlendert, spürt sofort den Charakter eines gewachsenen niederrheinischen Marktortes mit langer Geschichte.

Das unbestrittene Herz des Ortskerns ist der Marktplatz, der in den vergangenen Jahren umfassend neugestaltet wurde und heute als lebendiges „Wohnzimmer der Stadt“ gilt. Mit Sitzgelegenheiten, Grünflächen und einer offenen, einladenden Atmosphäre ist er Ort der Begegnung für alle Generationen. Die wöchentlichen Wochenmärkte, die regionale Frische in die Stadt bringen, sind dabei ein besonderes Highlight. Der angrenzende Stadtplatz und der Theaterplatz bilden zusammen eine städtebauliche Abfolge, die dem Ortskern echte Aufenthaltsqualität verleiht.

Das prägendste sakrale Bauwerk ist die Pfarrkirche St. Katharina, die von 1899 bis 1901 im neugotischen Stil nach einem Entwurf von Architekt Josef Kleesattel im Herzen des Ortsteils errichtet wurde und unter Denkmalschutz steht. Sie ist weithin sichtbarer Orientierungspunkt in der Innenstadt.

Zwischen den Ortsteilen Willich und Anrath liegt zudem das Haus Broich – ein ehemaliges Rittergut, das erstmals 1247 urkundlich erwähnt wurde und heute eine Privatschule mit Internat beherbergt. Die angrenzende, ebenfalls denkmalgeschützte Hofanlage, die einst als Wirtschaftshof diente, befindet sich im Besitz des ehemaligen Springreit-Weltmeisters Norbert Koof und war zeitweise ein Standort der Polizei-Landesreiterstaffel NRW.

Ein geschichtlich einzigartiges Kapitel schrieb das Stahlwerk Becker, das 1908 von Reinhold Becker im Westen des Ortsteils gegründet wurde. Die Werkssiedlung, die Becker ab 1910 für seine Arbeiter errichten ließ, ist bis heute erhalten und prägt die westlichen Viertel mit ihrer charakteristischen Backsteinhausbebauung. Wichtige Straßen im Ortsteil sind die Bahnstraße, die Mühlenstraße, die Krefelder Straße, die Anrather Straße sowie die Neersener Straße.


Neersen – Das grüne Juwel der Festspielstadt (6.335 Einwohner)

Neersen ist der kleinste der vier Stadtteile – aber gemessen an kultureller Strahlkraft und historischer Bedeutung weit mehr als das. Dieser Stadtteil, der mit seinen grünen Alleen, seinen historischen Bauten und der unvergleichlichen Schlosslage einem Gemälde gleicht, ist das kulturelle und touristische Aushängeschild der gesamten Stadt.

Das absolute Herzstück ist Schloss Neersen – unbestritten eines der schönsten Rathäuser am gesamten Niederrhein. Die Geschichte des Schlosses ist bewegt und faszinierend: An der Stelle des heutigen Schlosses stand ursprünglich eine sogenannte „Motte“, ein von Wasser umgebener Wehrturm, der im 11. Jahrhundert zu einer Burg erweitert wurde. Vom 13. bis zum 15. Jahrhundert erfuhr das Gebäude eine Wandlung zur Gotik, ehe zwischen 1661 und 1696 der entscheidende Ausbau zum repräsentativen Schloss durch Adrian von Virmonderfolgte. Dabei wurden Bergfried, Torturm und Wehrgang beseitigt und dem Schloss durch Hinzufügung eines neuen Westflügels seine charakteristische symmetrische Hufeisenform mit vier Ecktürmen gegeben.

Nach dem Aussterben des Virmondschen Geschlechts, das bis 1744 das Schloss bewohnte, wechselte es mehrfach die Besitzer und diente unter anderem als Baumwollweberei, Wattefabrik sowie als Erholungsstätte für Kinder des DRK. Ein Brand im Jahr 1859 vernichtete das Schloss bis auf die Umfassungsmauern. Als die Stadt Willich das Schloss 1970 vom DRK kaufte und der Stadtrat 1973 den Wiederaufbau des Westflügels beschloss, begann ein neues Kapitel: Heute dient das vollständig restaurierte Schloss als Verwaltungssitz der Stadtverwaltung, in dem rund 50 Bedienstete ihren Arbeitsplatz haben. Der prachtvolle Ratssaal im ersten Obergeschoss steht sowohl für Ratssitzungen als auch für kulturelle Veranstaltungen zur Verfügung. In der Motte des Schlosses ist die temporäre Galerie der Stadt Willich untergebracht, die wechselnde Künstler und ihre Werke der darstellenden Kunst präsentiert.

Der Schlosspark lädt ganzjährig zum Verweilen ein. In der Festspielsaison von Juni bis August verwandelt sich das Schlossgelände in die Bühne der Schlossfestspiele Neersen – das Open-Air-Festival, das dem gesamten Stadtgebiet den Beinamen „Festspielstadt Willich“ eingebracht hat und jährlich tausende Besucher aus der gesamten Region anzieht.

Das älteste Kirchengebäude der gesamten Stadt befindet sich ebenfalls in Neersen: die Kapelle Klein-Jerusalem, eine unter Denkmalschutz stehende Wallfahrtskapelle, die in den Jahren 1654 bis 1661 vom Priester Gerhard Vynhoven in der Eickerheide errichtet wurde. Die Kapelle ist ein einzigartiges Zeugnis religiöser Geschichte: Vynhoven ließ hier originalgetreue Nachbildungen der Heiligen Stätten in Bethlehem und Jerusalem errichten, um diese buchstäblich an den Niederrhein zu holen. Besonders erwähnenswert sind die Kreuzigungsgruppe in der Oberkirche und das Grabmal Vynhovens in der Unterkirche. Jeden Freitag um 18:30 Uhr findet ein Gottesdienst statt, jeden zweiten Sonntag im Monat wird zur Besichtigung geöffnet.

Im Gewerbegebiet Neersen – an den Straßen Niersweg und Virmondstraße – hat unter anderem die Spedition Heyer bis heute ihren Sitz, die Mitte der 1950er Jahre dorthin zog und zu den traditionsreichsten Unternehmen im Stadtgebiet zählt.


Schiefbahn – Der lebendige Stadtteil südlich von Alt-Willich (11.319 Einwohner)

Schiefbahn liegt südlich von Alt-Willich und wird im Süden durch den Nordkanal begrenzt – daher auch der Name des dortigen Gewerbegebiets „Am Nordkanal“. Der Stadtteil hat einen ganz eigenen, unverwechselbaren Charakter. Im Jahr 1558 wurde die Kapellengemeinde zur selbständigen Pfarre erhoben, und die Geschichte des Ortes ist eng mit der Entwicklung des niederrheinischen Handwerks, der Leinenweberei und später der Textilindustrie verknüpft.

Das markanteste Gebäude Schiefbahns ist die Pfarrkirche St. Hubertus, die in den Jahren 1853 bis 1855 vom renommierten Kölner Dombaumeister V. Statz im neugotischen Stil errichtet wurde. Sie steht unter Denkmalschutz und bildet als imposanter Bau den Mittelpunkt des Ortskerns. Hubertus, der Schutzpatron der Jäger und Schützen, ist eng mit der Identität des Ortes verbunden – bis heute pflegen die Schützenbruderschaften in Schiefbahn ihre Traditionen mit großer Leidenschaft.

Eine der charmantesten Sehenswürdigkeiten im gesamten Stadtgebiet ist der Gänsejunge auf dem Marktplatz Schiefbahn – eine Brunnenfigur, die ein kleines Hirtenkind mit einer Gans zeigt und längst zum inoffiziellen Wahrzeichen des Stadtteils geworden ist. Die Gänsezucht hatte in Schiefbahn historisch tatsächlich eine besondere wirtschaftliche Bedeutung, was der Figur eine authentische lokale Verwurzelung verleiht.

Ebenfalls von historischer Bedeutung ist der Jüdische Friedhof in Schiefbahn, der zu den gut erhaltenen jüdischen Begräbnisstätten in der Region gehört und an die einst lebendige jüdische Gemeinde des Ortes erinnert. Anfang des 19. Jahrhunderts entstand in Schiefbahn eine jüdische Gemeinde, die zeitweise mehr als 50 Mitglieder zählte. Die Synagoge in der Straße „Am Tömp“ wurde in der Nacht nach den Novemberpogromen 1938 zerstört – der Friedhof ist heute ein stilles Zeugnis dieser Geschichte.

In Schiefbahn befindet sich außerdem das Heimatmuseum „KampsPitter“, das zu regelmäßigen Terminen über die Geschichte der gesamten Stadt Willich informiert und auch private Gruppenführungen anbietet. Nach einer Führung durch die Ausstellung kann man dort eine rheinische Kaffeetafel oder hausgemachten Kuchen genießen – eine der gemütlichsten Adressen der Stadt. Die zentralen Verkehrsadern Schiefbahns sind die Anrather Straße, die Krefelder Straße und die Neusser Straße. Das Ordnungsamt der Stadt Willich hat seinen Sitz ebenfalls in Schiefbahn.


Anrath – Die tausendjährige Gemeinde (11.310 Einwohner)

Anrath ist der südlichste Stadtteil und kann mit einem historischen Alleinstellungsmerkmal aufwarten: Die Geschichte der Pfarrgemeinde lässt sich auf über 1.000 Jahre zurückverfolgen. Um das Jahr 1010 wurde die Anrather Kirche durch Erzbischof Heribert von der Kempener Mutterpfarre abgetrennt – ein Datum, das die Anrather mit berechtigtem Stolz erfüllt.

Das prägendste Bauwerk des Ortsbildes ist die Kirche St. Johannes Baptist, eine denkmalgeschützte neugotische Backsteinhallenkirche, die 1897 bis 1898 nach einem Entwurf von Josef Kleesattel errichtet wurde. Die dreischiffige Halle in sechs Jochen mit Staffelchor bildet den Mittelpunkt Anraths. Rund um die Kirche existiert noch der historische Ortskern, den auch das Anrather Rathaus sehr stark prägt – im Volksmund liebevoll „De Peäperdues“ (die Pfefferdose) genannt, wegen der markanten Form seines Turmes. Die ebenfalls denkmalgeschützte evangelische Kirche in Anrath, erbaut um 1910 als einschiffige Backsteinhallenkirche mit quadratischem Ostturm, vervollständigt das vielschichtige Kirchenbild des Ortskerns. In ihr sind noch historische Ausstattungsstücke wie Orgel und originale Bänke erhalten.

In der Nähe von Anrath befindet sich Haus Stockum, ein denkmalgeschützter Backsteinbau aus dem frühen 17. Jahrhundert, der ursprünglich ein sogenanntes Ritterlehen war und sich heute in Privatbesitz befindet.

Anrath war über Jahrhunderte ein bedeutendes Zentrum der Textilindustrie. Betriebe wie die Tuchfabrik Jakob Krebs, die Weberei Verseidag, die Matratzenfabrik Schmitz & Co und der Krawattenhersteller Jammers & Leufgen prägten das wirtschaftliche Leben des Ortsteils. Nach dem Niedergang der Textilindustrie in den 1970er Jahren erholte sich der Gewerbestandort Anrath schrittweise durch die Ansiedlung neuer mittelständischer Betriebe in den Gewerbegebieten Kleinkollenburg und Lerchenfeldstraße, die heute durch einen gesunden Mix mittelständischer Unternehmen geprägt sind. Historische Produktionsstätten der ehemaligen Textilindustrie konnten dabei erfolgreich mit neuem gewerblichem Leben gefüllt werden.

Nicht zuletzt ist im Stadtgebiet das Freizeitbad „De Bütt“ zu finden – eines der beliebtesten Freizeitangebote für die gesamte Stadtbevölkerung, das Hallen- und Freibad unter einem Dach vereint.


Die Wirtschaftskraft Willichs: Alle Gewerbegebiete im Überblick

Willich ist nicht nur ein attraktiver Wohnstandort – die Stadt zählt zu den wirtschaftsstärksten Kommunen der gesamten Region. Zählt man alle Gewerbeflächen zusammen, kommt man auf eine Gesamtfläche von rund 2,82 km² Gewerbeland mit einem aktuellen Kaufpreis von 135 Euro/m². Über 80 Firmen aus Japan, China, Taiwan und Korea haben hier ihren deutschen Standort – ein eindrucksvolles Zeichen der internationalen Attraktivität Willichs.

Gewerbegebiet Münchheide – Eines der größten Europas

Will man der Willicher Wirtschaftsgeschichte einen Namen geben, kommt man an der Münchheide nicht vorbei. Der Name leitet sich von den Mönchen des Klosters Kamp ab – „Münch-Heide“ –, die auf diesem Areal einst Landwirtschaft betrieben. Heute beherbergt die Münchheide auf einer Fläche von rund 176 Hektar rund 750 Betriebe aus 24 Nationen mit mehr als 8.300 Beschäftigten – und gilt damit als eines der größten zusammenhängenden Gewerbegebiete Europas.

Die Entwicklung erfolgte in fünf Bauabschnitten: Münchheide I (1977–1985, ca. 65 ha), Münchheide II (1987–1990, ca. 76 ha), Münchheide III (1991–1996, ca. 9 ha), Münchheide IV (2007–heute, ca. 27 ha) und Münchheide V (2023–heute, ca. 18 ha). Den Ausschlag für den Standort gaben seinerzeit die hervorragende Anbindung an die A44, der ausreichende Abstand zur Wohnbebauung und die zentrale Lage im Stadtgebiet. Von Handwerk bis Hightech, vom Start-up bis zum Global Player findet sich hier ein gelungener internationaler Branchenmix.

Gewerbepark Stahlwerk Becker – Denkmal trifft Moderne

Auf einem rund 41 Hektar großen Areal, auf dem 1908 Reinhold Becker ein Stahlwerk gründete (Produktion bis 1945) und das anschließend jahrzehntelang der Britischen Rheinarmee als Kaserne diente, entsteht seit 1999eines der ambitioniertesten Revitalisierungsprojekte der Industriekultur in NRW. Die Stadt vergleicht das Projekt selbst mit der Zeche Zollverein in Essen, dem Landschaftspark Duisburg Nord und der Völklinger Hütte im Saarland.

Stilvoll restaurierte Denkmäler wechseln sich mit moderner Architektur ab. Erhalten geblieben sind das alte Wasserwerk, das Offizierskasino (das von der Anrather Straße aus das Gesicht des Gewerbeparks prägt), historische Werkhallen sowie der markante Wasserturm, der nachts angestrahlt wird. Eine großzügig angelegte Wasserachse lädt zum Verweilen ein. Sport, Wellness, Freizeit, Kultur und Gastronomie haben hier inmitten der Firmenadressen ihren Platz gefunden. In der Halle 31 betreibt das Nutzfahrzeugmuseum Willich e.V. auf rund 1.000 Quadratmetern eine beeindruckende Ausstellung mit alten LKW, Traktoren und historischen Nutzfahrzeugen.

Gewerbegebiet Neersen – Niersweg und Virmondstraße

Bereits in den Jahren 1950 bis 1956 entstanden in Neersen zwei Gewerbegebiete an der Virmondstraße (ca. 7 ha) und am Niersweg (ca. 5 ha). Schon 1951/1952 errichteten dort die ersten Unternehmen – die Rheinische Hutfabrik und der Textilbetrieb Adolph Rossiè – ihre Betriebe. Später siedelten sich weitere Unternehmen an, darunter die bis heute ansässige Spedition Heyer, die Mitte der 1950er Jahre dorthin zog.

Gewerbegebiet Anrath – Kleinkollenburg und Lerchenfeldstraße

Anraths Gewerbegebiete Kleinkollenburg (ca. 7 ha) und Lerchenfeldstraße (ca. 13 ha) sind heute durch einen gesunden Mix mittelständischer Firmen geprägt. Historische Verwaltungsgebäude und Produktionsstätten der ehemaligen Textilindustrie konnten dabei erfolgreich mit neuem gewerblichem Leben gefüllt werden.

Gewerbegebiet Schiefbahn – Am Nordkanal und Linsellesstraße

Mitte der 1950er Jahre legte die damalige Gemeinde Schiefbahn das Gewerbegebiet „Am Nordkanal“ (ca. 54 ha, erschlossen 1954–1965) an. Als erste Firma siedelte sich 1961 die Siegfried Frenzen GmbH an, die bis heute ansässig ist und von dort aus Hydraulikkräne in die ganze Welt verschickt. Eine der bedeutendsten Ansiedlungen war die Pampus KG – die heutige Saint-Gobain Performance Plastics GmbH –, die bereits 1969 rund 326 Beschäftigte hatte. Der zweite Abschnitt, das Gewerbegebiet Linsellesstraße (ca. 9 ha, 1977–1983), profitierte von der verkehrsgünstigen Nähe zur Autobahn A52.


Sehenswürdigkeiten und Museen im Überblick

Willich hat kulturell und historisch deutlich mehr zu bieten, als auf den ersten Blick erkennbar ist. Neben den bereits in den Stadtteilportraits beschriebenen Kirchen, der Kapelle Klein-Jerusalem und Schloss Neersen sind folgende Orte besonders erwähnenswert.

Das Historische Gefängnismuseum Niederrhein befindet sich im alten Direktorenhaus der Justizvollzugsanstalt Willich und stellt alltägliche Dinge und Kuriositäten aus dem Strafvollzug aus – ein ebenso ungewöhnliches wie faszinierendes Stück Stadtgeschichte. Das Heimatmuseum „KampsPitter“ in Schiefbahn ist die Hüterin der lokalen Stadtgeschichte und ein unverzichtbarer Anlaufpunkt für alle, die tiefer in die Vergangenheit der vier Ortsteile eintauchen möchten. Die Halle 31 – Nutzfahrzeugmuseum Willich e.V. im Gewerbepark Stahlwerk Becker ergänzt das Museumsangebot um ein einzigartiges industriegeschichtliches Erlebnis.

Der Schlosspark Neersen ist die grüne Lunge des Stadtteils und der ideale Ort für Spaziergänge und Erholung im Schatten eines echten Baudenkmals. Das Sport- und Freizeitbad „De Bütt“ mit Hallen- und Freibad zählt zu den wichtigsten Freizeitinfrastrukturen der Stadt. Die Bildungsinfrastruktur umfasst stadtgebietweit 9 Grundschulen, 2 Gesamtschulen und 2 Gymnasien.


Gemarkungen: Die unsichtbaren Grenzen Willichs

Im Kataster- und Grundbuchwesen ist das Stadtgebiet Willich in vier Gemarkungen unterteilt, die den historischen Gemeindegrenzen der vier Ortsteile folgen: Gemarkung Willich, Gemarkung Schiefbahn, Gemarkung Neersen und Gemarkung Anrath. Jedes Grundstück in Willich ist einer dieser Gemarkungen zugeordnet und wird dort mit Flur- und Flurstücksnummer eindeutig identifiziert. Für Immobilienkäufer und -eigentümer sind diese Angaben in allen Kaufverträgen und Grundbuchauszügen von zentraler Bedeutung.


Willich als Immobilienstandort: Mein Fazit

Wer Willich kennt, versteht schnell, warum die Stadt auf dem Immobilienmarkt so gefragt ist. Es ist die einzigartige Kombination aus vier verschiedenen Ortspersönlichkeiten unter einem Stadtdach, die für jeden Wohntyp das Passende bereithält: urbanes Leben am Marktplatz im Ortsteil Willich, ruhiges Grün, Kultur und Schlossatmosphäre in Neersen, lebendige Gemeinschaft und gewachsenes Vereinsleben in Schiefbahn sowie historisches Flair mit Jahrtausend-Geschichte in Anrath.

Dazu kommen eine unschlagbare Lage zwischen drei Großstädten, ein florierendes Wirtschaftsleben mit internationalen Unternehmen in erstklassigen Gewerbegebieten und ein Immobilienmarkt, der sich als bemerkenswert robust und stabil erwiesen hat.

Ich lebe und arbeite seit Jahren in dieser Region. Ich kenne nicht nur die Marktdaten, sondern auch die Straßen, die Viertel, die Nachbarschaften und die kleinen Besonderheiten, die aus einem Haus ein Zuhause machen.

Wenn Sie über den Kauf oder Verkauf einer Immobilie in Willich nachdenken – egal in welchem Stadtteil –, dann bin ich Ihr Ansprechpartner. Kontaktieren Sie mich für ein kostenloses und unverbindliches Erstgespräch.

Herzlichst,

Ihr Michael Ruland Immobilienmakler in Willich und der Region Niederrhein